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Gelenktriebwagen Nr. 431 [GT4ER-57, 1957], Hersteller: Hansa

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Gesamtlänge: 20,5m | Breite: 2,16m | Gewicht: 23,9t | Antrieb: 2 x Tatzlager á 75 kw | 39 Sitzplätze | max. Personenzahl: 60

Damit ist der GT4 Nr. 431 wohl zu recht das typische Fahrzeug des 1979 gegründeten Westfälische Almetalbahn e.V. Bis 1979 im Liniendienst, wurde er anschließend vom neu gegründeten Westfälische Almetalbahn e.V. zusammen mit dem Ersatzteilspender 429 gekauft, um die Anpassung an sein neues Einsatzgebiet zu erfahren.

Der Wagen wurde mit Tresen, Musikanlage und Toilette ausgerüstet, die Fahrerkabine wurde geöffnet. Für den Betrieb mit der Generatorlore WAB3 wurde der Stromabnehmer abgebaut und stattdessen Stromkupplungen installiert, zudem erfuhr der Heckfahrstand Anpassungen. Da die Almetalbahn eine Eisenbahnstrecke ist und auch die Überführungsfahrten Dortmund-Brilon auf eigener Achse erfolgten, musste das Fahrzeug zudem an die EBO-Anforderungen in Form von bspw. anderen Spurkränzen und Haltern für Zugschlusstafeln angepasst werden.

So umgebaut war der GT4 ab 1981 regelmäßig zunächst noch in seinem klassischen braun-beigen Farbkleid in der Sommersaison auf der Almetalbahn unterwegs, anfangs auch noch mit B2 713, während er die Winterzeit in der Hauptwerkstatt Immermannstraße verbrachte. Hier wurden von den WAB-Mitgliedern auch Überholungen des Fahrzeuges durchgeführt sowie die später erfolgte Neulackierung in elfenbein und grün. In dieser Form war das Fahrzeug bis 1998 für den WAB e.V. im Einsatz. Besondere Einsätze erfolgten in den Jahren 1989 und 1994 zusammen mit dem GT8 221 und unserer Generatorlore 916 auf der Dortmunder Hafenbahn anlässlich der Hafenjubiläen, wo zwischen dem Bf. Nord und dem Containerterminal das Netz der Dortmunder Eisenbahn mit begeisterten Fahrgästen befahren wurde.

Nach 1998 ging 431 in die Obhut des neugegründeten Vereins Waldbahn Almetal e.V. über, für welchen er bis ins Jahr 2000 hinein Fahrten absolvierte, bis er schließlich durch eine Schienenbusgarnitur abgelöst wurde. So erfolgte 2001 die Überführung (selbstverständlich aus eigener Kraft) zum Bahnhofsmuseum Borgholz, wo er vier Jahre als Cafèwagen diente.

Aufgrund der Streckencharakteristika im Bereich Mooskamp entschloss sich der WAB e.V. im Jahre 2005 zur Rücküberführung des Fahrzeuges nach Dortmund, wo der Wagen grundlegend aufgearbeitet wurde, um auch künftig dem  Fahrbetrieb zur Verfügung zu stehen. Das Fahrzeug war ca. 10 Jahre lang den Witterungseinflüssen ganzjährig ausgesetzt, entsprechend groß war der Restaurierungsaufwand: Sämtliche Karrosseriebleche wurden bearbeitet, die Unterkanten ausgetauscht und mit Rostschutz behandelt. Die Faltenbälge des schwebenden Mittelteils wurden fachgerecht abgedichtet und mit Kautschuk-Schutzfarbe versehen. Die gesamte Holz-Inneneinrichtung wurde abgeschliffen und neu lackiert, Fensterlaibungen komplett gegen Neuteile ersetzt. Schließlich wurde das Fahrzeug komplett in den Dortmunder Originalfarben lackiert und wieder nach BOA zugelassen. 

Nun können wir sicher sein, dass der Wagen als lebendiger Zeitzeuge der Dortmunder Nahverkehrsgeschichte optisch die Straßenbahnfans erfreut, aber auch weiterhin Garant für ausgelassene Partys für bis zu 60 Personen ist,  ganz so ,wie er sich bereits fast 20 Jahre lang im Almetal bewährt hat.

Hier können Sie den letzten betriebsbereiten Dortmunder GT4 in einer kurzen Video-Sequenz in Bewegung erleben:

GT4 Nr. 431 in Aktion auf der Museumsstrecke

 

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