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Gelenktriebwagen Nr. 87 [GT8ZR-69, 1969] - Hersteller: DÜWAG

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Gesamtlänge: 27,96 m | Breite: 2,30 m | Gewicht: 32 t | Antrieb: 4 x Tatzlager á 65 kw | 52 Sitzplätze | max. Personenzahl: 262

...ist wohl unzweifelhaft der GT8 (Gelenktriebwagen, 8-achsig). Dieser von der Düsseldorfer Waggonfabrik (und der Hansa-Waggonbau in Bremen in Lizenz) eigens für Dortmund gefertigte Straßenbahntyp vereinte gleich mehrere für Dortmund wichtige Kriterien: 

1. Als Zweirichtungsfahrzeug mit Türen auf beiden Seiten konnte der GT8 anders als die vor ihm bestellten GT4 und T4-Fahrzeuge auf den vielen eingleisigen Vorortstrecken mit Stumpfendstellen eingesetzt werden.

2. Zudem war durch die entgegen den üblichen Duewag-Gelenkwagen extrem schlanke Front das Ausschwenken des Fahrzeugs in Kurven reduziert worden, so dass in den teils engen zweigleisigen Kurvenbereichen der Innenstadt kein Begegnungsverbot eingerichtet werden mußte.

3. Schließlich waren die Fahrzeuge als dreiteilige Gelenkwagen personalsparend: Durch den Fahrgastfluß von hinten nach vorn wurde zunächst entgegen den bisherigen 2- oder 3-Wagenzügen nur ein Schaffner, später sogar durch die Umstellung auf 1-Mann-Betrieb ab Anfang der 1970er Jahre gar kein Schaffner mehr benötigt. 

Vom Dortmunder GT8 wurden 91 Stück gebaut und in Betrieb genommen, die ersten 1959, die letzte Serie erst 1974. Nach der ersten Auslieferung des Nachfolgetyps N8C mit Beginn der 1980er Jahre wurden viele GT8 der ersten und zweiten Serie verschrottet, einige jedoch auch verkauft. In Karlsruhe und Wuppertal gaben Dortmunder GT8 zuverlässige Gastspiele und wurden dennoch nach einigen Jahren verschrottet. In der rumänischen Industriestadt Resita hingegen leisten immer noch bis zu 20 Exemplare der Serien von 1969 und 1974 ihren treuen Dienst. Selbst bis ins fernöstliche Hiroshima hat es ein noch existierendes Exemplar, den 1959 gebauten Wagen Nr. 76 verschlagen, der dort im Museumseinsatz steht. Der GT8 Nr. 21 wurde sogar in Dortmund Ende der 1980er Jahre für den Einsatz auf der Hafenbahn umgebaut und nahm als GT8 Nr. 221 in den Jahren 1989 und 1994 mit einer Partyausstattung an den Dortmunder Hafenfesten teil. Leider wurde jedoch auch dieses Sonderfahrzeug im Jahr 2000 beim Verkehrsbetrieb verschrottet. Der GT8 Nr. 13 (Bj. 1974) schließlich war der letzte GT8, der 2001 aus dem Liniendienst in Dortmund ausschied. Nach langer Abstellung entschieden die DSW, das betriebsbereite Fahrzeug einer Gruppe von Gastronomen zu überlassen, die im Wagenteil I eine Theke und im restlichen Wagen Tischchen sowie Frischwasser-, Abwasser und Stromleitungen einbauten. Dergestalt wird der Wagen seit Mitte 2010 in Dortmund auf dem Boulevard Kampstraße als Cafebahn genutzt.

Der GT8 Nr. 87 bei uns in Nette wurde 1969 als Wagen Nr. 11 geliefert und dann 1974 mit der Lieferung der letzten 15 GT8 in 87 umgenummert. Anfang der 1970er Jahre wurden die Schaffnersitze aus- und Entwerteranlagen eingebaut. Nach einem bewegten Leben auf Dortmunder Straßenbahngleisen wurde der Wagen 1994 dann nach Wuppertal verkauft. Dort kam er jedoch auf der bereits 1987 eingestellten Straßenbahn nie zum Einsatz, sondern diente aufgestellt auf dem ehemaligen Betriebshof Heckinghausen als Konferenzraum mit Tischchen und Tresen. In einer an das Wuppertaler Farbschema angelehnten Phantasielackierung erreichte der Wagen dann als Dauerleihgabe pünktlich zum Jubiläum "50 Jahre GT8" im April 2009 wieder seine Heimatstadt Dortmund. 

Nach einer Zeit im Freien ist er im Herbst 2010 in die Werkstatthalle des Nahverkehrsmuseums umgezogen, um im Winter 2010/2011 restauriert zu werden. Ziel ist es, das Fahrzeug wieder in einen zeitgenössischen und fahrbereiten Dortmunder Zustand zurückzuversetzen.

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